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Der CV, die Visitenkarte

19 Mai 17
Trudi Mathis

Ich kann gar nicht aufzählen, wie viele Lebensläufe ich in meiner Personalkarriere bereits gesehen habe, waren es 100, 500 oder gar mehr? Es fühlt sich nach sehr vielen an. Und was waren denn die Highlights?

Ja, da war dieser Lebenslauf, der ein überdimensional grosses Foto auf der Vorderseite hatte. Es präsentierte sich eine jüngere Frau mit einer Kopfbedeckung (ev. Hut), welche wahrscheinlich als Symbol für einen Wald stehen konnte. Ich war mir dann nicht sicher, ob dieses Foto mit Kreativität, Fastnachtsaktivität, Hobbygärtner, Originalität oder irgend etwas anderem zu tun hatte. Sie hat erreicht, dass ich das Bild nicht mehr vergessen werde. Die Originalität hat sich fortgesetzt, indem der Lebenslauf absolut chaotisch, mit mehreren verschiedenen Schriftbildern gestaltet wurde. Die Frage die bei mir blieb: wollte sich diese Person wirklich seriös bewerben oder war das einfach eine Pflichtübung mit der Absicht, auf keinen Fall eingeladen zu werden? Wir werden es nie erfahren.​

Ein Foto auf dem Lebenslauf ist für Bewerbungen innerhalb der Schweiz wirklich relevant und wichtig und wird oftmals als Kriterium für einen Entscheid gesehen. Es ist darum wichtig, dass das Foto professionell und der Bewerbung/dem Kontext entspricht. Ein Profi kann es am besten richten.

Und dann war dieser Lebenslauf oder besser Kurzgeschichte, 10 Seiten lang. In Prosa geschrieben. Eine gute Idee für eine Rede oder Präsentation aber für mich, um die essentiellen Punkte und Stationen herauszukristallisieren, ein Horror.

Wir versuchen als Beurteiler/innen immer auch möglichst gut auf die Kandidaten einzugehen und dabei auch eine gute Selektion zu machen. Eine gute, einfach erfassbare Struktur ist darum wichtig. Ich möchte verstehen, woher der/die Bewerber/in kommt, was die wichtigsten Stationen waren und was er oder sie im Beruf erreicht haben. Ohne, dass ich zu fest suchen muss. Man muss bedenken für manchem freie Stellen kriegen wir über 100 Dossiers. Da müssen wir unseren Blick schärfen und „schnell“ eine Bewertung machen können. Ich habe als HR-lerin/Personalerin viele Aufgaben und pro Lebenslauf/Bewerbung wahrscheinlich im Schnitt so gegen fünf Minuten Zeit, mir ein erstes Bild zu machen. 

Zum Glück gibt es heute keine schriftlichen/brieflichen Bewerbungen mehr. Obwohl da auch manchmal ganz schöne Dossiers auf meinen Tisch gekommen sind. 

Schwierig wird es heute bei den online Bewerbungen, wenn die einzelnen Dokumente nicht gut angeschrieben sind oder das gesamte Dossier in ein einziges, riesiges File gepackt wird. Für mich ist es am einfachsten, wenn der Motivationsbrief (im E-Mail oder als PDF) und die Unterlagen nach Dokumentart in jeweils ein File zusammengefasst werden. Also ein File mit dem Lebenslauf, eines mit den Arbeitszeugnissen, eventuell auch noch je eines mit den Zeugnissen und den Diplomen.

Zusammengefasst sind folgende Kriterien bei einer Bewerbung relevant:
•    Professionelles Foto
•    Klare Struktur und keine Lücken im Lebenslauf 
•    Stichwortartige Zusammenfassung des Job-inhaltes und der erreichten Ziele
•    Maximal drei Seiten Lebenslauf
•    Beilagen gut und übersichtlich/logisch gebündelt, ganze Bewerbung nicht über 5 MB

Der CV, die Visitenkarte

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